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Auf den Spuren
der Apostel
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Auf den Spuren der Apostel

(Kirchenpädagogisch-thematische Führung in der Ev. Kirche Sst. Simon und Judas Thaddäus Bad Sassendorf)

Die Aposteldarstellungen im Chor der Ev. Pfarrkirche Sst. Simon und Judas Thaddäus werden dem Ursprung der Kirche bzw. der Vollendung des Chores zu Ende des 15. Jahrhunderts zugeschrieben. Name und Herkunft des Malers sind nicht bekannt. In der damaligen Zeit hatten die Großen Maler ihre Malschulen und ließen viele ihrer Bilder von Gehilfen anfertigen. So können wir uns heute vorstellen, dass ein solcher Gehilfe sich für die Ausmalung des Chores mit Aposteldarstellungen angeboten hat. So wie die Kirche selber werden auch die Figuren dem gotischen Stil zugeordnet.

Die Figuren sind auf den trockenen Putz aufgemalt. Dazu wurden die Deckfarben mit Kalkmilch angerührt. Diese Maltechnik wird als Sekko-Malerei bezeichnet. Sie war im späten Mittelalter weit verbreitet und konnte, im Gegensatz zur Freskomalerei, die im frühen Mittelalter auf bzw. in den frischen Putz gemalt wurde, mit relativ geringem Zeitaufwand und damit kostengünstig auf die Wandflächen aufgebracht werden.

Die Apostelfiguren dieser Kirche sind lange Zeit, vielleicht mehrere Jahrhunderte, nicht sichtbar gewesen und erst vor 100 Jahren wieder entdeckt worden. Sie waren übertüncht. Welcher Anlass dazu geführt hat, ist heute nicht mehr rekonstruierbar. Denkbar ist die Zeit nach der Reformation, als in vielen Kirchen die aus katholischer Zeit stammenden Bilder entfernt oder überstrichen wurden. Die Übermalung kann aber auch mit baulichen Veränderungen in der Kirche selber zusammenhängen, als in der Mitte bzw. zweiten Hälfte des 18.Jh. Bühnen/Emporen, auch im Chorraum, eingebaut wurden. Bei der Beseitigung einer Empore an der Nordseite des Chores stieß man Anfang des 20. Jh. auf die übertünchten Apostelfiguren. Sie wurden 1910 restauriert. Ebenfalls freigelegte Wandmalereien, mit denen vermutlich später (deutlich nach der Erstellung der Apostelfiguren.) die Ostwand des Chorraumes gestaltet wurde, sind bei einer Renovierung 1939/41 beseitigt worden. Diese zeigten Christus und die Samariterin am Brunnen (nördlich des Fensters) und Maria Magdalena und Paulus (südlich des Fensters). Das Stadtarchiv Soest verfügt noch über eine entsprechende Fotografie, auf der noch die Bemalung der Ostwand zu erkennen ist.

Die 12 Apostel, je drei rechts und links der Fenster in der Nord- und Südwand. Sie stehen auf aufgemalten Postamenten unterschiedlicher Gestaltung. Die Figuren sollen auf diese Weise eine skulpturähnliche Darstellung erhalten, die dem Stil der Gotik im 15. Jh. entsprach. Dazu gehört auch eine Gruppierung der Personen - hier mit unterschiedlicher Stellung und gegenseitiger Hinwendung - mit typischem Faltenwurf der Gewänder. Auf diese Weise soll dem jeweiligen Betrachter eine Raumwirkung der Personen vermittelt werden.

Die Apostelfiguren sind mit Namen beschriftet und teilweise zusätzlich mit den seit dem 11./12. Jh. häufig verwendeten Attributen versehen. Die Attribute sollten vor allem dem Bürger, der in damaliger Zeit nicht lesen konnte, die betreffende, dargestellte Person erkennbar machen. Ein allen Aposteln verliehenes Attribut ist das "Buch" als Zeichen der Missionstätigkeit. Einige Apostel haben darüber noch ein persönliches Attribut, das als besonderes Merkmal zu verstehen ist. Wir kennen alle das Attribut "Schlüssel" für Petrus oder das "X-förmige Kreuz (Andreaskreuz)" für Andreas. Diese persönlichen Attribute sollten besondere Ereignisse aus dem Leben der jeweiligen Person verdeutlichen. Nicht jeder Apostel ist mit einem persönlichen Attribut dargestellt ist, so dass die Namensbezeichnungen zur Zuordnung der dargestellten Personen hilfreich sind. Waren die fehlenden Attribute dem Maler nicht bekannt? Auch hier eine offene Frage. Da die Apostel durch ihren Märtyrertod Vorbilder des Glaubens waren, wurden sie in der frühen christlichen Kirche die ersten Heiligen. Wir sehen sie mit dem Heiligenschein (Nimbus) versehen und in der Namensnennung mit einem "S" vorangesetzt. Auch das Attribut "Heiligenschein" ist bei den Aposteldarstellungen mit viel Liebe unterschiedlich dargestellt.

Mit dem Zusatz "Apostel" werden vorrangig die 12 Jünger Jesu bezeichnet, die von Jesus eingesetzt und mit Vollmacht zu predigen ausgesendet worden sind (Mk 3, 13-19). Nach dem Verrat Jesu durch Judas Iskariot ist an dessen Stelle Matthias hinzu gewählt worden (Apg 1, 15-26). Später wird auch Paulus (nach seiner Bekehrung und Berufung) zu den Aposteln gezählt.

Der fehlende Apostel ist Judas Thaddäus. Es ist davon auszugehen, dass er wegen der Namensgleichheit und Verwechselbarkeit mit Judas Iskariot nicht mit dargestellt worden ist.

Wer sind die Apostel, was wissen wir über sie? Das Leben der Apostel ist nur bruchstückhaft nachvollziehbar und vielfach mit Legenden umwoben. Es kommt jedoch nicht auf Einzelheiten an, sondern auf die Aussage und das Wirken des Glaubens

Martin Anemüller
Bad Sassendorf, Mai 2004

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